28.06.2007
Zecken: Haben sie den Winter überlebt?


Halter von Haustieren sind beunruhigt: Immer wieder lesen sie in Zeitungen davon, dass Zecken den milden Winter überleben. Und schlimmer noch: Dass sie sich weiter ausbreiten.

 

Zecken gehören zu den Spinnentieren. An bis zu 1,5 Meter hohen Pflanzen lauern sie auf ein vorbeikommendes Säugetier. Ist dies anhand von Erschütterungen, Körperwärme, Atemluft und Schweißgeruch erkannt, lässt sich die Zecke abstreifen oder fallen. Zecken ernähren sich von Blut. Sie besitzen dazu stechende Mundwerkzeuge und einen mit Widerhaken besetzten Saugrüssel, der in die Haut des Wirtstieres eingebohrt wird.

Zecken haben sich an die jeweiligen Klimazonen und Umweltverhältnisse angepasst. Bestimmte Arten befinden sich in Wäldern und deren Randgebieten, lieben Feuchtigkeit und überwintern in der Laubschicht des Waldes, andere wiederum bevorzugen Trockenheit und Hitze. Die häufigste in Deutschland vorkommende Art ist der „Gemeine Holzbock“, aber auch die „Braune Hundezecke“, welche häufig als Mitbringsel von Urlaubsreisen in beheizte Räume eingeschleppt wird, und die „Auwaldzecke“ sind mittlerweile anzutreffen.

 

Die Entwicklung der Zecke verläuft über die Stadien Ei-Larve-Nymphe zur ausgewachsenen Zecke, wobei jedes Entwicklungsstadium Blut saugen muss. Bei einigen Zeckenarten, wie z.B. beim „Gemeinen Holzbock“, müssen drei verschiedene Wirte befallen werden, so dass diese Entwicklung mehrere Jahre dauern kann.

Zecken saugen nicht nur Blut, sondern übertragen dabei auch Krankheitserreger, wie z.B. die der Borreliose-Bakterien, welche mittlerweile in 30 Prozent der heimischen Zeckenpopulation vorhanden sind, oder das FSME-Virus. In den Mittelmeerländern und zum Teil auch in Deutschland spielen außerdem die durch die Braune Hundezecke und die Auwaldzecke übertragene Ehrlichose und Babesiose eine Rolle.

Aufgrund der optimalen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerte bestehen typische jahreszeitliche Schwankungen des Zeckenvorkommens. In der Regel gibt es zwei Höhepunkte der Zeckenaktivität im Frühjahr und im Herbst. Ein mildes Frühjahr und ein warmer Herbst verlängern die Aktivität des Holzbockes und begünstigen seine Vermehrung, ein langer Winter und ein kaltes Frühjahr ebenso wie ein heißer trockener Sommer wirken dagegen hemmend.
Bei der Überwinterung draußen bietet den Eiern, Larven und ausgewachsenen Zecken das Laub nicht genügend Schutz vor strengem Frost, so dass sie erfrieren. Bei den derzeitigen Temperaturen können die Zecken sogar die eine oder andere Blutmahlzeit nehmen und entspannt aufs Frühjahr warten. So konnten in einem Feldversuch nahe des Berliner Wannsees am 15. Januar dieses Jahres mehrere aktive Nymphen und erwachsene Zecken beobachtet werden.

 

Noch in anderer Hinsicht profitieren die Zecken von den milden Wintertemperaturen: zahlreiche Mäuse und andere Kleinsäuger, die den Zecken als Zwischenwirt dienen, bleiben am Leben und bieten so weitere Möglichkeiten der Verbreitung.  Durch die wärmeren Winter gibt es mehr Zecken, die sich immer mehr in Deutschland ausbreiten. So wird, laut Robert-Koch-Institut, durch den Klimawandel voraussichtlich die Zahl der FSME-Gebiete in Deutschland weiter ansteigen.

Der wichtigste Schutz unserer Haustiere vor Zecken ist die Prophylaxe. Diese ist in Form von Shampoos, Halsbändern und Spot-on-Präparaten möglich, die z.B. beim Tierarzt erhältlich sind. Falls sich trotzdem eine Zecke festgebissen haben sollte, muss diese so rasch wie möglich und schonend mit einer Zeckenzange entfernt werden.


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