28.06.2007
Wenn die Katze unsauber wird


Katzen sind sehr reinliche und saubere Tiere. Dennoch werden Wohnungskatzen wiederholt unsauber, dass heißt, sie verrichten ihre Notdurft außerhalb der Katzentoilette. Häufig landen solche Tiere dann im Tierheim, ohne dass die Besitzer den Ursachen auf den Grund gegangen sind.
Katzen sind nie ohne Grund unsauber. Vielmehr ist Unsauberkeit ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Katze ein gesundheitliches oder psychisches Problem hat. Es ist aber auch möglich, dass die Ursache im gestörten Verhältnis zum Menschen liegt, weil dieser zu wenig über das Verhalten seiner Katze weiß oder zu wenig auf die Bedürfnisse der Katze eingeht. Unsauberkeit sollte jedoch grundsätzlich vom Harnmarkieren in der Wohnung unterschieden werden.

Meine Katze ist unsauber – was soll ich tun?

 

Als erstes sollte die Katze eingehend tierärztlich untersucht werden. Zahlreiche körperliche Erkrankungen wie Harnwegsinfektionen, Darmentzündungen, Schmerzen in der Wirbelsäule und in den Gelenken, Zahnprobleme oder Blindheit können die Unsauberkeit einer Katze verursachen oder begünstigen. Nicht immer ist der Zusammenhang von Erkrankung und Unsauberkeit auf den ersten Blick erkennbar.


Als zweites ist das Umfeld des Katzenklos zu betrachten. Katzen benutzen für ihr „Geschäft“ im Freien verschiedene Orte. In der Wohnung sind pro Katze mindestens zwei Katzentoiletten erforderlich, Mehrere Katzentoiletten sollten nicht nebeneinander aufgestellt werden, denn sie würden von der Katze als einzelnes Katzenklo erkannt. Der Standort der Katzentoiletten muss mit Bedacht ausgewählt werden, nicht an einer Stelle, an der die Katze überrascht oder erschreckt wird, nicht zu weit abgelegen und jederzeit zugänglich. Erstreckt sich die Wohnung über mehrere Etagen, sollte für jedes Stockwerk mindestens eine Katzentoilette zur Verfügung stehen. Dabei sollte sich der Standort nicht neben dem Futter- und Schlafplatz des Tieres befinden. Weil junge Katzen in einer großen Wohnung oft mit dem langen Weg zum Klo überfordert sind, begrenzt man in den ersten Lebenswochen entweder den Lebensraum auf ein Zimmer oder erhöht die Anzahl der Toiletten.

 

Die Mindestgröße für ein Katzenklo beträgt 30 mal 40 Zentimeter. Große und ältere Katzen, die nicht mehr so beweglich sind, benötigen mehr Grundfläche. Das Katzenklo muss absolut standfest sein. Einige Katzen balancieren auf dem Rand, wenn das Klo dann kippt, meidet manche Katze diesen unberechenbaren Ort. Es empfiehlt sich nach oben hin offene Toiletten zu verwenden. Darin wähnt sich die Katze sicher, da sie ihre Umgebung überblicken kann.

 

Geschlossene Toiletten sind in erster Linie für die Ansprüche der Halter und nicht für die der Katze konzipiert. Ein großer Nachteil von geschlossenen Toiletten: Der Geruch staut sich. Das Katzenstreu sollte aus lockerem, weichen und unparfümierten Material bestehen, nicht pieken und kleben. Außerdem sollte eine Katzentoilette mindestens einmal täglich gereinigt werden.

Auch eine psychische Störung kann Unsauberkeit bei Katzen auslösen. In Frage kommen beispielsweise eine generalisierte Angststörung, Angstzustände bei zusammenlebenden Katzen, Hyperaktivität oder Phobien. Für die korrekte und vollständige Diagnose und die erfolgreiche Therapie ist eine verhaltensmedizinische Untersuchung notwendig. Die Ursachen für die Unsauberkeit von Katzen können sehr verschieden sein. Keine davon wird dadurch behoben, dass der Halter die Katze ins Tierheim bringt.


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