28.06.2007
Welcher Igel braucht im Winter Hilfe?


Jedes Jahr im Herbst werden viele scheinbar kranke und hilflose Igel aus falscher Tierliebe in menschliche Obhut genommen.

Der Tierschutzverein für Berlin stellt Ihnen hier einen kleinen Leitfaden für den Umgang mit Igeln zur Verfügung.

 

Es gilt der Leitsatz:
Nicht jeder Igel braucht im Herbst unsere Hilfe -  aber jede Hilfe muss richtig sein!

 

Einige Fachleute vertreten den Standpunkt, dass selbst ein leicht untergewichtiger Igel in der Natur bessere Überlebenschancen hat, als in einem menschlichen Zuhause.

Wenn Sie im Herbst einen untergewichtigen Igel finden, belassen Sie das Tier zunächst in der Natur. Die einfachste Methode zu helfen, ohne in direkten Kontakt mit dem Tier zu treten, ist das Einrichten einer Futterstelle im Garten. So bleibt dem Igel die für ihn stressige menschliche Betreuung erspart und er kommt schnell zu Kräften, um den bevorstehenden Winter zu überleben. Die Futterstelle kann eine mit zwei 10x10 Zentimeter kleinen Schlupflöchern versehene Kiste sein. Dort stellen sie abends das Futter hinein. Eventuelle Futterreste müssen morgens unbedingt entfernt und die Futterschüssel heiß gespült werden.

 

Zur Fütterung eignen sich:
- Hundefeucht- und Welpentrockennahrung
- Igeltrockenfutter vermischt mit ungewürztem Rührei
- Katzendosennahrung
- Erdnussbruch (ungesalzen)
- ungeschwefelte Rosinen
- zerdrückte Bananen

 

Geben Sie Igeln niemals Milch! Die Tiere vertragen den Milchzucker nicht und bekommen Durchfall. Bieten Sie deshalb Igeln immer nur Wasser an.

Laut Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, Tiere der besonders geschützten Arten – und dazu zählt der Igel – aus der Natur zu entnehmen. Nach Paragraph 43 (6) Bundesnaturschutzgesetz (BnatSchG) ist es allerdings zulässig, kranke oder verletzte Tiere vorübergehend aufzunehmen, um sie gesund zu pflegen.

 

Nehmen Sie einen Igel in Obhut und Pflege, gehen Sie damit die Verpflichtung ein, das Tier 5 bis 6 Monate lang täglich zu betreuen, zu versorgen und zu füttern.

Deshalb müssen Sie prüfen, ob auf den Igel, dem Sie helfen möchten, eine der folgenden Kriterien zutrifft.

 

Kriterien:
Verwaiste Igelsäuglinge
Igeljunge, die sich tagsüber außerhalb des Nestes befinden und noch geschlossene Augen und Ohren haben, sind meist mutterlos. Beobachten Sie erst Nest und Umgebung einige Stunden, bevor Sie eingreifen.

 

Verletzte Igel und kranke Igel
Verletzte und kranke Igel laufen oder liegen tagsüber herum und verstecken sich nicht. Sie sind apathisch, rollen sich kaum ein und sind oft mager. Ausnahme: durch Hunde oder Gartenarbeit aufgescheuchte Tiere, die sich ein neues Versteck suchen.

Mögliche Krankheitssymptome:
- Husten und Röcheln
- Zittern
- unsicherer Gang
- seitliches Umfallen
- Lähmungserscheinungen
- massiver Stachelausfall

 

Igel im Winter
Igel, die nach Wintereinbruch (geschlossene Schneedecke und Dauerfrost) herumlaufen, brauchen Hilfe. Meist handelt es sich um kranke und schwache Alttiere, oder um sehr spät geborene Jungtiere.

Nur in diesen Ausnahmesituationen ist es erlaubt, einen Igel vorübergehend aufzunehmen.

 

Wichtig: Merken Sie sich die Stelle, an der Sie den Igel aufgenommen haben, damit Sie das Tier im darauffolgenden Frühling wieder dort aussetzen können.
Legen Sie einen Pflegebericht an, in dem Sie Funddatum, -zeit, Gewicht und den genauen Fundort notieren.

Weitere Information erhalten Sie mit der „Igelschutz“-Infobroschüre des Deutschen Tierschutzbundes e.V.

 

 


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