28.06.2007
Verlassene Vierbeiner


Es gibt nichts Erholsameres als einen ausgiebigen Spaziergang im Wald, sollte man meinen. Was aber wenn man plötzlich völlig unerwartet auf einen ausgesetzten Hund trifft? Vom Besitzer weit und breit keine Spur. Das Tier ist mit einer Leine an einen Baum gebunden und macht einen erschöpften Eindruck.

Am liebsten würde der Spaziergänger den Vierbeiner direkt von seiner Qual befreien und mit nach Hause nehmen. Doch dem Mitleid mischt sich auch das Gefühl der Unsicherheit bei. Kann er den Hund so einfach mitnehmen? Was ist in einer solchen Situation zu beachten?

 

Zuständigkeit beachten
Zuerst sollte geklärt werden, ob das Tier hungrig oder durstig ist. Wer weiß, wie lange der Vierbeiner schon an den Baum geleint ist? Lassen sich auf den ersten Blick Verletzungen oder Krankheiten erkennen? Wenn ja, führt der erste Weg zum Tierarzt. Darüber hinaus muss der Spaziergänger den Fund umgehend der Polizei melden. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben und insofern verpflichtend. Das Ordnungsamt entscheidet dann über den weiteren Verbleib. Es vermittelt das Tier auch weiter an das Tierheim und prüft, ob eine Vermisstenmeldung vorliegt.

 

Für die Verpflegung des Tieres ist die zuständige Gemeinde verantwortlich. Dies gilt auch für die Kosten, die dem Finder eventuell durch eine tierärztliche Behandlung entstehen sollten. Es empfiehlt sich daher, alle Quittungen – auch über Ausgaben für Futter etc. - zu sammeln, da diese bei Abgabe des Hundes geltend gemacht werden können.

 

Ausgesetzt oder entlaufen?
Ein umherirrendes und desorientiertes Haustier muss aber nicht immer gleich ausgesetzt worden sein. Es kann auch sein, dass es sich verlaufen hat. In einem solchen Fall, gilt es zunächst Hinweise auf einen möglichen Besitzer zu sammeln. Gibt es eine Fundhilfeplakette, eine Chip-Nr. oder eine Tätowierung? Sollte eine Registrierung vorhanden sein, so kann sie der Finder ganz einfach beim Deutschen Haustierregister® prüfen lassen. Dies geht telefonisch oder auch über ein Formular auf der Internetseite www.deutsches-haustierregister.de. Meldet sich der Besitzer zurück, kann der Finder ihm die in der Übergangszeit angefallenen, notwendigen Pflegekosten in Rechnung stellen.

 

Kein Besitzanspruch
Für den Fall, dass der Finder das Tier mit zu sich nach Hause nehmen will gilt, dass er keinerlei Besitzanspruch auf den Vierbeiner hat. Erst wenn sich der rechtmäßige Besitzer ein halbes Jahr nach der Fundanzeige noch nicht gemeldet hat, gehört das Tier automatisch dem Finder. In der Übergangszeit steht das neue Herrchen oder Frauchen allerdings in der Pflicht, alles dafür tun, dass es dem Tier gut geht. Neben einer Grundversorgung müssen auch notwendige Tierarztbehandlungen übernommen werden.


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