28.06.2007
Tierischer Straßenverkehr - Braucht mein Hund eine Versicherung?


Janny sah weder die Hauptverkehrsstraße noch das herannahende Auto. Sein Blick konzentrierte sich voll und ganz auf das vor ihm laufende Reh. Auch das panische Rufen seiner Halterin hielt ihn nicht davon ab, die vielbefahrende Straße zu betreten. Dort erfasste ein Auto den vier Jahre alten Schäferhund-Mix, der verletzt wurde. Doch auch am Fahrzeug entstand ein hoher Schaden.
Doch wer haftet in einem solchen Fall für den entstandenen Schaden?


Antworten gibt das Bürgerliche Gesetzbuch, kurz BGB. So besagt der Paragraph 833 Satz 1, dass der Tierhalter für die Schäden, die sein Haustier anderen zufügt, haftet. Dabei handelt es sich um eine Gefährdungshaftung, das heißt, alleine die Haltereigenschaft ist ausreichend, die Haftung zu begründen. Ein Verschulden des Tierhalters ist nicht erforderlich. Wenn ein Hund also beispielsweise einer Katze hinterherläuft und dabei einen Verkehrsunfall verursacht, haftet der Tierhalter für den gesamten daraus entstehenden Personen- und Sachschaden. Grundsätzlich übernimmt der Tierhalter also für alle Gefahren und Risiken, die aus der Unberechenbarkeit eines Tieres folgen, die rechtliche Verantwortung (sog. Tierhalterhaftung).

 

Zu beachten ist, dass die Haltereigenschaft unabhängig von dem Eigentum an dem Tier bestehen kann. Halter ist derjenige, der die Sachherrschaft und damit die tatsächliche Gewalt über das Tier ausübt.

Eine Ausnahme von der strengen Schadensersatzpflicht des Tierhalters macht das Gesetz in Paragraph 833 Satz 2, für Tiere, die dem Beruf, dem Unterhalt oder der Erwerbstätigkeit dienen, wenn dem Tierhalter keine Sorgfaltspflichtverletzung vorzuwerfen ist.

 

Gemäß Paragraph 834 haften auch Tiersitter, die sich vertraglich verpflichtet haben das Tier eines Dritten zu hüten, für den durch das Tier verursachten Schaden, sofern sie ihre Aufsichtspflicht nicht sorgfältig beachtet haben. Übernehmen Freunde, Bekannte oder Verwandte die vorübergehende Aufsicht über das Tier lediglich aus reiner Gefälligkeit, so haften sie nicht gemäß Paragraph 834. Eine Schadensersatzpflicht kann jedoch bei schuldhaften Verhalten der Aufsichtsperson nach Paragraph 823 eintreten.

Um im Schadensfall auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt sich in jedem Fall, eine Haftpflichtversicherung für das eigene Tier abzuschließen, die für Schäden von bis zu zwei Millionen Euro haftet. Denn: Sollte Ihr Haustier einen Unfall verursachen, zum Beispiel im Straßenverkehr, so haften Sie als Tierhalter persönlich - und zwar lebenslang.

 

Dabei ist zu beachten, dass die  private  Haftpflichtversicherung in der Regel nur für Schäden zahlt, die Katzen und Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen verursachen.
Für größere Tiere, insbesondere Hunde und Pferde, bedarf es eines gesonderten Versicherungsschutzes.


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