28.06.2007
Impfungen – der beste Schutz gegen Infektionskrankheiten und Epidemien



Sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin ist in der letzten Zeit leider zu beobachten, dass sich eine allgemeine Impfmüdigkeit breit macht. Dabei ist eine Impfung immer noch die wichtigste Maßnahme, um Infektionskrankheiten vorzubeugen und Epidemien zu verhindern. Lediglich circa 50 Prozent aller Tiere werden regelmäßig geimpft, wirksamer Schutz vor einer Epidemie ist aber nur dann gegeben, wenn 70 Prozent aller Tiere geimpft sind. Auf ausreichenden Impfschutz zu achten, ist deshalb nicht nur eine Frage der Fürsorge für das eigene Tier, sondern auch Teil der Verantwortung gegenüber allen anderen Tieren und Tierhaltern. Für eine Impfung muss das Tier gesund sein, es wird daher vom Tierarzt untersucht und Fieber gemessen.

Die wichtigsten Impfungen beim Hund
Bei Hunden wird regelmäßig gegen fünf Erkrankungen geimpft: gegen Staupe, Tollwut,  Leptospirose – auch als Stuttgarter Hundeseuche bekannt -, ansteckende Leberentzündung und Parvovirose.
Staupe wird durch direkten Kontakt der Hunde untereinander oder mit Wildtieren wie zum Beispiel Füchsen oder Mardern übertragen. Es gibt verschiedene Formen dieser Erkrankung. Beobachtet werden Schnupfensymptome, Nervenstörungen, Augen- oder Hautveränderungen oder Magen-Darm Symptome. Die Staupe ist heute weltweit verbreitet. Es gibt leichte Fälle, die ausheilen, aber leider auch sehr schwere Verläufe, die zu Spätschäden oder gar zum Tod führen können.
Parvovirose oder „Katzenseuche“ ist eine Infektionskrankheit mit sehr hoher Todesrate. Die Hauptsymptome sind starkes Erbrechen und starker Durchfall, der später auch blutig wird. Nach dem neuesten Stand der Wissenschaft können sich Katzen auch mit dem hundespezifischen Virus anstecken, während bisher keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen, dass sich der Hund von der Katze anstecken kann. Das Virus ist sehr beständig in der Außenwelt und kann z.B. durch Schuhe oder ähnliches übertragen werden.
Bei der Leptospirose oder Stuttgarter Hundeseuche besteht auch für den Menschen Ansteckungsgefahr! Die Übertragung erfolgt über Wildtiere wie zum Beispiel Ratten und Mäuse oder über Gewässer. Hauptsymptome sind Leber- und Nierenfunktionsstörungen sowie Gerinnungsstörungen. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, ist sie mit Antibiotika behandelbar.
Die Tollwut verläuft für Mensch und Tiere ohne Behandlung ausnahmslos tödlich. Einer der Hauptüberträger kann der Rotfuchs sein. Die Übertragung erfolgt durch einen Biss.
Die ansteckende Leberentzündung (HCC) wurde erfolgreich durch Impfungen bekämpft und kommt kaum noch vor. Eine Impfung ist aber auch weiterhin angeraten. Symptome sind zum Beispiel Leberschäden, Gelbsucht, Durchfall, Gehirnentzündung.
Ferner kann eine Impfung gegen Zwingerhusten ratsam sein, wenn das Tier mit sehr vielen Tieren zusammenkommt.

Die wichtigsten Impfungen bei der Katze
Sowohl Hauskatzen als auch Katzen mit Freigang sollten mindestens gegen zwei Erkrankungen auf jeden Fall geimpft werden: gegen Katzenschnupfen und gegen Katzenseuche.
Katzenschnupfen  ist eine weit verbreitete Erkrankung der oberen Atemwege. Sie ist heilbar, es gibt jedoch auch schwere Verläufe, die zum Tod führen können. Einmal infizierte Katzen bleiben lange Überträger der Krankheit.
Katzenseuche, in der Fachsprache Parvovirose genannt, wurde in ihren Symptomen und ihrem Krankheitsverlauf bereits oben kurz geschildert. Die Impfung erfolgt gegen beide Krankheiten gleichzeitig. Im Impfpass wird der Tierbesitzer die Abkürzung RCP (steht für Rhinotracheitis, Calicivirus, Parvovirus) finden.
Freilaufende Katzen oder Katzen, die viel Kontakt mit anderen Tieren haben oder in einem Tollwut gefährdeten Bezirk leben, sollten unbedingt zusätzlich gegen Tollwut geimpft werden. Leukose ist eine durch Viren ausgelöste Leukämie, die bei Ausbruch tödlich verläuft. Eine Übertragung ist zum Beispiel durch Speichel möglich. Die Katzen können auch ohne Krankheitssymptome infiziert sein und andere Tiere anstecken. Die Impfung gegen Leukose ist immer noch in der Fachwelt umstritten. Eine Katze, die sich in einem Privathaushalt befindet und Freigang hat, kann gegen Leukose geimpft werden. Voraussetzung ist jedoch, dass die Katze nicht über acht Jahre alt ist. Sicherheitshalber sollte der Leukose-Test negativ sein und die Impfung sollte nicht kombiniert mit anderen Impfungen erfolgen. Hier sollte sich der Tierhalter sehr ausführlich von seinem Tierarzt beraten lassen.

Die wichtigsten Impfungen beim Kaninchen
Kaninchen sollten gegen zwei Erkrankungen geimpft sein: gegen die Myxomatose und gegen die Chinaseuche, in der Fachsprache Hämorrhagische Kaninchenkrankheit oder kurz RHD genannt.
Die Myxomatose tritt meist im Sommer auf. Symptome sind unter anderem eitrig entzündete, tränende und geschwollene Augen und Entzündung der äußeren Geschlechtsorgane. Es wird keine Therapie empfohlen. Die Übertragung erfolgt von Tier zu Tier, aber auch über Insekten wie Fliegen und Mücken. Deshalb sollten auf jeden Fall auch reine Wohnungstiere geimpft werden.
Die Chinaseuche ist eine anzeigepflichtige Infektionskrankheit. Viele Tiere, die erkranken, sterben. Meist verläuft die Krankheit sehr schnell und die Tiere sterben unter plötzlichen Erstickungsanfällen. Hauptsymptome sind blutiges Nasensekret, Fieber, Atembeschwerden. Die Übertragung erfolgt über direkten Kontakt mit Artgenossen aber auch über Insekten (Fliegen, Mücken), weshalb auch hier die Impfung von reinen Wohnungstieren dringend zu empfehlen ist.

 

Wann ein Tier geimpft werden soll, wird in der folgenden Tabelle übersichtlich dargestellt:


Impfkalender Hund
8 Wochen · Erste Grundimmunisierung gegen Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose· Evtl. erste Grundimmunisierung Zwingerhusten

12 Wochen · Zweite Grundimmunisierung gegen Staupe, HCC, Parvovirose, Leptospirose· (Erste) Impfung gegen Tollwut· Evtl. zweite Grundimmunisierung Zwingerhusten

16 Wochen · Evtl. dritte Grundimmunisierung gegen Staupe und Parvovirose · Evtl. erneute Impfung gegen Tollwut

15 Monate · Wiederholungsimpfung gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose, HCC, Tollwut

Jährlich · Wiederholungsimpfung gegen Leptospirose· Evtl. Wiederholungsimpfung Zwingerhusten

Jährlich bis alle drei Jahre(je nach Hersteller) · Wiederholungsimpfung HCC, Staupe, Parvovirose, Tollwut

Impfkalender Katzen
8 Wochen · Erste Grundimmunisierung RCP (Katzenschnupfen, -seuche)· Bei Freigängern: Erste Grundimmunisierung Leukose

12 Wochen · Zweite Grundimmunisierung RCP (und ggf. Leukose)· (Erste) Tollwutimpfung

16 Wochen · Evtl. dritte Grundimmunisierung RCP· Evtl. zweite Tollwutimpfung
Jährlich · Evtl. Leukose

Jährlich bis alle drei Jahre(je nach Hersteller) · RCP, Tollwut

Impfkalender Kaninchen
4- 6 Wochen ·  Grundimmunisierung Myxomatose, Chinaseuche

8 – 10 Wochen · Zweite Grundimmunisierung Myxomatose, Chinaseuche( in Gebieten mit auftretenden Erkrankungen)

Alle 6 Monate · Wiederholungsimpfung Myxomatose· (Häsinnen in der Zucht: Chinaseuche)
Jährlich · Wiederholungsimpfung Chinaseuche

 


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