28.06.2007
Die Hausapotheke für den Tierbesitzer


In jedem Haushalt gibt es eine Hausapotheke. Das ist richtig und sinnvoll, nicht nur für uns Menschen, sondern auch für unsere Tiere. Viele Tierbesitzer, insbesondere Hunde-, aber auch Katzenhalter, befanden sich sicher schon einmal in der Situation, kleinere Notfälle versorgen zu müssen und nicht das geeignete Zubehör zur Hand zu haben. Das lässt sich mit wenig Aufwand vermeiden, indem man sich eine kleine Hausapotheke für’s Tier zulegt.

Wenig Aufwand, große Hilfe

 

Eine Hausapotheke für Hund und Katze sollte folgendes beinhalten:

- Maulkorb (Hund),
- Schere, Pinzette, eventuell auch eine kleine Lupe,
- Zeckenzange und Flohkamm,
- Fieberthermometer,

- Verbandsmaterial (Watterollen, Verbandstoffbinden, Gazetupfer, Klebepflaster),
- Desinfektionsmittel (z.B. 3% H2O2 und milde Jodlösungen) und desinfizierende Salbe,
- ein bewährtes Durchfallmedikament,
- ein Mittel gegen Flöhe und Zecken sowie
- ein Entwurmungsmittel.

 

Damit ist man für kleinere Notfälle gut ausgestattet. Falls erforderlich gehören auch regelmäßig zu verabreichende Medikamente und eventuell ein vom Tierarzt zu verschreibendes Schmerzmittel dazu. Für den Fall einer Insektenstichallergie ergänzt ein vom Tierarzt verschriebenes Gegenmittel den Bestand der tierischen Hausapotheke.

 

Vorsicht beim Einsatz von Medikamenten

Beim Einsatz von Medikamenten ist allerdings Vorsicht angebracht! Medikamente sollten nie ohne vorherigen Rat eines Tierarztes verabreicht werden! Das gilt insbesondere für Medikamente, die eigentlich für den Menschen gedacht sind! Diese dürfen niemals ohne Rücksprache mit dem Tierarzt eingesetzt werden, denn es gibt viele Arzneimittel, die für den Menschen harmlos sind, beim Tier jedoch lebensbedrohliche Nebenwirkungen hervorrufen können. Bei größeren Notfällen wie beispielsweise Verkehrsunfällen sollte in jedem Fall immer der Tierarzt gerufen werden. Diese sind jedoch zum Glück eher selten. Bei kleineren „Wehwehchen“ kann der Tierbesitzer aber selbst wichtige erste Hilfe leisten - bei äußerlichen Wunden und Verletzungen, äußerlichen Fremdkörpern (z.B. Zecken) oder auch bei Durchfall und Erbrechen.

 

Wunden und äußere Verletzungen

Kleinere Schürfwunden und Verletzungen treten am häufigsten auf. Die Wunden müssen sofort mit einer milden Desinfektionslösung desinfiziert werden. Zur Not geht auch Trinkwasser. Alkoholische Lösungen sollten keine Anwendung finden! Bei langhaarigen Hunden oder schwer auffindbaren Wunden ist es ratsam, das Fell in der Umgebung der Verletzung vorsichtig mit einer Schere zu kürzen.


Wunden dürfen ruhig kurze Zeit etwas bluten, denn dies reinigt die Wunde. Verletzte Pfoten und Ballen sollten nach der Wundreinigung verbunden werden. Dazu bringt man mit dem Gazetupfer etwas Salbe auf die Wunde, polstert sie mit Watte (auch zwischen den Zehen) und verbindet sie mit Verbandstoff. Da Verletzungen an den Ballen oftmals sehr stark bluten, sollte nach der Notfallversorgung ein Tierarzt aufgesucht werden. Die Konsultation eines Tierarztes ist auch unumgänglich, wenn sich Rötungen zeigen, die Wunde nässt und schmerzhaft ist. Das gilt auch bei Bissverletzungen, die häufig mit Infektionen einhergehen sowie bei klaffenden Wunden. Verbände müssen mindestens alle zwei Tage gewechselt werden. Katzen, die Verbände nicht akzeptieren, dürfen einige Tage keinen Freigang haben. Um die Tiere daran zu hindern, an der Wunde zu lecken oder den Verband abzuknabbern, ist ein Halskragen unumgänglich.

 

Fremdkörper

Hunde und Katzen „fangen sich“ sehr häufig äußerliche Fremdkörper ein, wie z. B. Getreidegrannen, Glassplitter oder Stöckchen. Grannen von Getreide findet man am häufigsten im Ohr oder an den Pfoten. Sie spießen sich in die Haut und können dort sogar wandern, was häufig viele Tierarztbesuche nach sich zieht. Am besten sucht man nach einem Spaziergang in der Nähe von Getreide die Pfoten - besonders bei langhaarigen Hunden - nach Grannen ab. Auch wenn der Hund nach einem Spaziergang plötzlich stark mit dem Kopf schüttelt oder auf Berührungen des Ohres empfindlich reagiert, könnte es eine Granne sein. Wenn sie leicht sichtbar ist, lässt sie sich mit einer Pinzette entfernen. Meist sitzen Grannen jedoch tief im Ohr und müssen dann vom Tierarzt entfernt werden.

 

Ein typischer Fall für einen „Fremdkörper“, den der Tierbesitzer selbst entfernen kann und sollte, sind Zecken. Zecken treten vor allem im Sommer auf und können gerade beim Hund die u.a. Infektionskrankheit „Borrelliose“ übertragen. Zecken sollten deshalb sofort mit der Zeckenzange entfernt werden. Wichtig: Beim Entfernen der Zecke nur ziehen, nicht drehen und keinerlei Substanzen, wie z.B. Öl auf die Haut auftragen. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass die Zecke komplett entfernt wird.

 

Insbesondere junge Hunde und Katzen verschlucken beim Spielen oft Teile ihres Spielzeuges. Solche Fremdkörper können zu lebensbedrohlichen Darmverschlüssen führen! Zeigt das Tier nach dem Spielen Erbrechen, Fress-Unlust, Atembeschwerden oder andere Störungen im Allgemeinbefinden muss der Tierarzt sofort aufgesucht werden! Katzen sollten übrigens nicht mit Wolle oder Ähnlichem spielen. Die Fäden stauen sich im Darm – und das bedeutet Lebensgefahr.

 

Durchfall, Erbrechen und Fieber

Bei leichtem Durchfall und Erbrechen sollte das Tier einen Tag lang nichts fressen und nur Wasser trinken. Wird auch das Wasser erbrochen, muss der Tierarzt aufgesucht werden! Das gilt auch für den Fall, dass sich die Symptome nicht innerhalb kurzer Zeit bessern oder wenn sie sich gar verschlechtern. Auf keinen Fall darf den Tieren das Wasser entzogen werden! Auch bei Fieber (Normaltemperatur 38,0 bis 39,0 Grad Celsius) gilt: Lieber einen Tierarzt aufsuchen! Bei Welpen sollte man in jedem Fall sofort einen Tierarzt zu Rate ziehen!

 

Bei allen genannten und vielen weiteren kleinen Wehwehchen kann eine Hausapotheke wichtige Dienste leisten. Eine gute ärztliche Betreuung kann sie jedoch nicht ersetzen. Deshalb gilt für verantwortungsvolle Tierbesitzer der Grundsatz: Im Zweifel immer Rücksprache mit dem Tierarzt halten!


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