06.02.2017

Wolfgang Apel ist verstorben - Tierschutzverein für Berlin in tiefer Trauer

Nach langer schwerer Krankheit ist unser Präsident Wolfgang Apel am Samstag, 04. Februar 2017, in seiner Heimatstadt Bremen verstorben. Der Tierschutz hat eine herausragende Persönlichkeit verloren. Die Mitarbeiter und der Vorstand des Tierschutzvereins für Berlin sind tief betroffen und trauern mit den Angehörigen.

Wolfgang Apel (65) hat in den Jahrzehnten seines Engagements den Tierschutz in Deutschland maßgeblich geprägt. Seine Aktivitäten bleiben unvergessen. Beispielhaft waren der Kampf gegen die qualvollen Tiertransporte quer durch Europa oder gegen die Käfighaltung von Legehennen. Zu einem seiner größten Erfolge in seiner Amtszeit als Präsident des Deutschen Tierschutzbundes gehörte die Einführung des Staatsziels Tierschutz in das Grundgesetz. Wolfgang Apel hat sich stets konsequent für das Wohl der ihm anvertrauten Mitgeschöpfe eingesetzt, meist weit über seine eigenen psychischen und physischen Grenzen hinaus. Er war ein Vorbild für alle Tierschützerinnen und Tierschützer. Die von ihm initiierten Projekte, wie das Tierschutzzentrum in Odessa (Ukraine) und seine Aktivitäten in Kiew (Ukraine) und in anderen Ländern Europas belegen, dass für ihn Tierschutz keine Grenzen kannte. Seit 1988 war Wolfgang Apel Vorstand und seit 2000 war er Präsident des Tierschutzvereins für Berlin und Umgebung Von 1993 bis 2011 war er Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Seit 1978 war er ehrenamtlicher Vorsitzender des Bremer Tierschutzvereins.

Mit Wolfgang Apel verliert der Tierschutz eine herausragende Persönlichkeit.

Zur Person:
Tierschützer war er sein ganzes Leben lang. Seit 1978 war er ehrenamtlicher Vorsitzender des Bremer - und Mitglied des Gesamtvorstandes des Deutschen Tierschutzbundes. Von 1993 bis 2011 war Wolfgang Apel Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

In seiner Laufbahn beim Deutschen Tierschutzbund hat er nicht nur die Bundesgeschäftsstelle zu einer schlagkräftigen Zentrale des Tierschutzes ausgebaut, sondern war auch für die Ausgestaltung der Akademie für Tierschutz nahe München, den Aufbau des Tier-, Natur- und Jugendzentrums Weidefeld und des Tier-, Natur- und Artenschutzzentrums Sylt sowie des  Tierschutz- und Kastrationszentrums im ukrainischen Odessa prägend.

Von 1986 bis 2011 war er Stiftungsratsmitglied in der Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen (set).

Von 1987 bis 2011 war Wolfgang Apel Mitglied der Tierschutzkommission beim Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Außerdem war  er lange Jahre Vorsitzender des Vereins NEULAND - Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung.

Seit 1988 gehörte er dem Vorstand des Tierschutzvereins für Berlin und Umgebung an, seit dem Jahr 2000 als dessen Präsident.
Im ehemaligen Tierheim Lankwitz begann seine unermüdliche Tierschutzarbeit in Berlin. Die Tierhaltungen wurden nach neusten Erkenntnissen verbessert. Die Kontakte zu Medien und der Öffentlichkeit wurden wieder hergestellt. Statt nur 800 Mitgliedern hatte der Verein nach einigen Jahren 16.000 aktive und großzügige Mitglieder. Besonders das Jahr 1989 brachte große Herausforderungen für den Tierschutzverein und das Tierheim Lankwitz mit sich. So wurde das Ost-Berliner Tierheim aufgelöst und die 7.000 sogenannten "Mauerhunde", welche in den Zeiten des Kalten Krieges an der Innerdeutschen Grenze stationiert waren, mussten versorgt werden. Die größte Tierrettungsaktion der Geschichte wurde unter der Federführung von Wolfgang Apel gestartet. Mit der Eröffnung des neuen Tierheims in Falkenberg 2001  - Europas größtes und modernstes -  hat Wolfgang Apel ein weltweit anerkanntes Tierschutzkompetenz-zentrum geschaffen.
Durch ihn bekam der Tierschutz in der wiedervereinigten Hauptstadt politisches Gewicht. Unermüdlich kämpfte er für die brennenden Tierschutzthemen. Ob steigende Tierversuchszahlen, fehlende Katzenkastrationsprogramme, das Verbot von Wildtieren im Zirkus – Apel ist es zu verdanken, dass diese Themen nun auch im neuen Berliner Koalitionsvertrag Beachtung finden. Sein größter Verdienst der jüngsten Vergangenheit ist die erfolgreiche Neuverhandlung des Vertrages der Amtlichen Tiersammelstelle.

Geboren wurde er 1951 in Bremen. Dort absolvierte er eine  Ausbildung zum Speditionskaufmann, trat 1970 in den Bremischen Landesdienst. 1973 bis 1984 war er freigestellter Personalratsvorsitzender. Neben seiner beruflichen Laufbahn engagierte er sich früh ehrenamtlich im Tierschutz, sowie im sozialen und gesellschaftlichen Bereich (u.a. Bewährungshelfer, Schöffe, Vormund). Wolfgang Apel wurde für sein Engagement 2005 das  Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse verliehen, dem folgte 2016 die Verleihung des Verdienstordens des Landes Berlin.

Seine Motivation war immer für jedes einzelne Tier und für möglichst viele Tiere und ihr Wohlergehen zu kämpfen.

Berliner Bürgerinnen und Bürger haben ab morgen, Dienstag, 7. Februar 2017, die Möglichkeit sich zwischen 11:00 Uhr und 16:00 Uhr in das Kondolenzbuch im Tierheim Berlin einzutragen. Die Anschrift lautet: Hausvaterweg 39, 13057 Berlin.


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