20.06.2016

Kunstaktion: Tierschutzverein für Berlin lehnt den Einsatz von Zirkustigern ab

Die aktuelle Kunstaktion "Flüchtlinge fressen – Not und Spiele" vor dem Maxim-Gorki-Theater in Berlin-Mitte trifft beim Tierschutzverein für Berlin (TVB) auf Ablehnung. "Der Zweck heiligt nicht die Mittel", so TVB-Präsident Wolfgang Apel. "Wieder einmal werden freiheitsliebende Wildtiere in Gehege gesperrt, vorgeführt und für ihrer Natur völlig widersprechende Zwecke missbraucht."

Zweifellos sei es sehr wichtig, auf die dramatische Situation der Flüchtlinge und Mängel in der europäischen Flüchtlingspolitik aufmerksam zu machen, so Apel. Jedoch nicht auf Kosten unschuldiger Tiere. Er appelliert daher an die Initiatoren der Aktion, auf den Einsatz der Wildtiere zu verzichten.

Im Rahmen der Aktion werden gegenwärtig Zirkustiger eingesetzt, die in kleinen, zirkustypischen Gehegen zur Schau gestellt werden. Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung sieht die Haltung von Wildtieren im Zirkus jedoch inzwischen zu Recht kritisch. Viele europäische Länder haben bereits ein Wildtierverbot erlassen, das auch hierzulande zunehmend diskutiert wird. Erst im März hatten die Bundesländer die Regierung erneut aufgefordert, Wildtiere im Zirkus zu verbieten.

Tiger im Zirkusbetrieb leiden häufig und besonders mit zunehmendem Alter an Verhaltensstörungen (Stereotypien). Es ist unter den Haltungsbedingungen in einem reisenden Unternehmen zudem unmöglich, allen Tieren geeignete Rückzugsbereiche und ausreichende, artgemäße Beschäftigung anzubieten. Die Präsenz von Artgenossen in benachbarten Gehegen sowie die ständige Nähe des Menschen führen bei Tigern trotz Gewöhnung zu Stress, Frustration und vermehrten Verhaltensproblemen. Die Haltung von Großkatzen in Zirkussen ist darüber hinaus mit Problemen bei der Fütterung und der tierärztlichen Versorgung verbunden.


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