Zirkus macht Spaß ... aber nicht allen!
Mit diesem Motto beschäftigte sich die Lebenskunde-Gruppe der Klasse 5f der 43. Grundschule in Pankow-Wilhelmsruh unter der Leitung von Lebenskundelehrerin Viola Liebig.
Als Frau Liebig das Thema ansprach, warfen einige Kinder ihr fragende Blicke zu: „Wieso macht denn den Tieren der Zirkus keinen Spaß? Das ist doch lustig!“ Einige Kinder sagten auch, dass sie gerne in den Zirkus gehen, um sich wilde Tiere anzuschauen. Viele Kinder waren aber sehr nachdenklich als sie erfuhren, dass die Tiere überhaupt nicht glücklich sind und dass es nicht natürlich ist, dass Löwen durch brennende Feuerreifen springen und Elefanten Handstand machen müssen. Das wurde vor allem bei dem Vergleich von Bildern deutlich: Auf dem einen Bild Bären in freier Natur, auf dem anderen Bild eingesperrte Bären in einem Zirkuswagen und eine Bärennummer in der Manege.
Alle Kinder füllten das Arbeitsblatt „Ein Zirkusbär erzählt“ aus, auf dem ein trauriger Bär in einem Zirkuswagen eingesperrt ist. Zwei Kinder stehen davor und fragen sich, warum der Bär so traurig aussieht. Was würde der Bär im Käfig den beiden Kindern wohl sagen? Worum bittet er sie?
Die Kinder konnten dem Bären nun ihre Stimme leihen und erzählten aus der Sicht des Bären:
„Zuerst wurde ich in freier Natur gefangen und von meiner Familie getrennt, dann wurde ich in diesen Käfig gesteckt“, „Ich bin hier in einem viel zu kleinen Käfig, habe keinen Platz und keinen Auslauf.“, „Früher als freier Bär war ich richtig glücklich, ich konnte viel herumlaufen, nun ist es nicht mehr schön! In der Manege muss ich Sachen machen, die mir überhaupt nicht gefallen. Ich werde gequält, mit einer Peitsche geschlagen, nur damit ihr Menschen euren Spaß habt.“, „Ich fühle mich hier wie in einem Gefängnis, ausgenutzt. Ich würde so gerne mal durch die Wiese laufen!“
Und worum bittet der Bär die Kinder? Ich möchte Euch darum bitten, dass
- ihr eure Eltern fragt, ob sie den Tierschutz einschalten können. Dankbar wäre ich euch auch, wenn ihr mit dem Dompteur sprechen könntet.
- die Wildtiere im Zirkus verboten werden. Bis dahin brauchen wir mehr Platz, mehr Auslauf und möchten nicht in diesem schrecklichen Käfig wohnen.
- ihr, eure Freunde, Eltern und Großeltern nicht mehr in Zirkusse geht, in denen Tiere auftreten
- ihr Unterschriften für ein Wildtierverbot in Zirkussen sammelt
- ihr mich hier herausholt und in eine Auffangstation bringt
- ihr Briefe an die Politiker und Presse schreibt, wie schlecht es mir hier geht
Die Kinderstimmen aus der Sicht des Bären sind eindeutig! Die Gruppe hat sich dann auch gleich überlegt, Unterschriften zu sammeln: Freunde, Eltern, Bekannte und Verwandte wurden gebeten, für das Wildtierverbot im Zirkus zu unterschreiben. Sophia, Lea, Annabell und Sophie L. waren außerdem im Pankower Rathaus-Center unterwegs, um Unterschriften zu sammeln.
Ein großes Dankeschön und weiter so! Wenn auch andere Kinder, Jugendliche und Erwachsene Unerschriften sammeln möchten, können entsprechende Listen und Informationsmaterialien beim Tierschutzverein für Berlin angefordert werden. Ferner kommt voraussichtlich ab August eine Wanderausstellung zum Thema „Manege frei von Tieren-Kein Applaus für Tierquälerei!" in das Tierheim Berlin.













