Hurra, der Tierschutzkasper hat Nachwuchs bekommen…
„Halli - Hallo, liebe Kinder… ich bin der Tierschutzkasper, wohne im Tierheim Berlin und habe Tiere sehr lieb. Wenn sie in Not sind, organisiere ich Hilfe. Wollt ihr wissen, wie das geht und macht ihr mit?“ Ja … Hallo… schallt es vielstimmig, lauthals, wissbegierig, gespannt und begeistert zurück!
Seit der Tierschutzkasper 1995, noch im Tierheim Lankwitz, ins Leben gerufen, dann nach einer fünfjährigen Zwangspause, 2005 wiedererweckt wurde, hat er ungezählte Kinderscharen im Alter von vier bis zehn Jahren in Kindergärten, Schulen, Horten und Freizeiteinrichtungen Berlins mit seinen Geschichten erfreut, Wissen vermittelt und manch Nachdenken ausgelöst.
Inzwischen gehören acht Tierschutz-Theatergeschichten zu seinem Repertoire. Da geht es um Verantwortung und Haltung der eigenen Haustiere, so in den Theaterstücken: „Der fernsehsüchtige Hans“, der Hund und Katze vernachlässigt, und „Der traurige Hase Hoppel“, der ausgesetzt wurde, weil er ein einziges Mal „Mist gebaut“, nämlich Kabel angefressen, hat.
Da gibt es dann schon mal betretene Gesichter, weil das eigene (Fehl-) Verhalten im Umgang mit seinem Lieblingstier zu Hause bewusst wird. Nach den Aufführungen wird rege diskutiert und dem Tierschutzkasper werden „Löcher in den Bauch“ gefragt, auch schon von den kleinsten Teilnehmern.
In gleicher Weise, oft turbulenter, geht es zu an den Schulen bei den Themen: tierische Überraschungsgeschenke
(„Das unglückliche Weihnachtsgeschenk“), Massentierhaltung („Aufstand im Kuhstall“) Tierversuche („Wie der Affe „Hermes“ dem Labor entkam“) und zur richtigen Überwinterung von Igeln („Der kleine Igel „Schnuffi“ in Not“).
Inzwischen hat sich die „Grundschule am Falkplatz“ in Prenzlauer Berg zum festen Premieren-Ort für den Tierschutzkasper entwickelt. Und die Tierschutzgruppe der 4 c spielt die meisten Kasperstücke selbst nach. Ganz aktuell hat sie zum Thema „Winterfütterung von Vögeln“ ein eigenes Theaterstück kreiert, mit dem Titel: „Der kranke Rabe Ralf“, der aus Unwissenheit falsch gefüttert wurde!
Wochenlange gemeinsame und fröhliche Vorarbeit ging alldem voraus. Aus Pappkarton und festem Papier wurde ein Kasper - Theater mit austauschbaren Kulissenbildern gebastelt und gemalt. Von zu Hause wurden Hand- und Stabpuppen mitgebracht und für die Spiele zur Verfügung gestellt. Der Tierschutzverein für Berlin (TVB) konnte auch einige Handpuppen beisteuern. Regie und Proben wurden vom Tierschutzkasper des TVB und der Lehrerin, Frau Temme, übernommen.
Das Allerbeste aber ist – und dafür Danke an die Schulleitung - dass die Tierschützer der 4 c vor allen anderen Klassen ihrer Schule mit ihrem Tierschutzgeschichten auftreten und mit den Schülern diskutieren dürfen. Und sie machen das perfekt! Besser kann eine effektive Verbreitung des Tierschutzgedankens, angefangen schon bei den Jüngsten, nicht laufen. So hat der Tierschutzkasper also Nachwuchs und sozusagen ein zweites Zuhause in der Tierschutz – AG der „Grundschule am Falkplatz“ bekommen.
Weitere Theaterstücke und weitere Schulen als „Heimplatz“ für den Tierschutzkasper werden folgen. Eine nächste GS im Prenzlauer Berg schickt sich an, im kommenden Schuljahr dem Vorbild der „GS vom Falkplatz“ zu folgen. Gutes spricht sich halt rum!
Prof. Dr. Heidemarie Klingbeil












