29.10.2010
6. Jugendverbraucherschutztag am 29.09.2010 im FEZ-Berlin
Unter dem Motto "Ich bin Verbraucher/in! - Gut informiert & aktiv fürs Klima" wurde ein Infostand vom Berliner Tierschutzverein am 29.10.2010 im FEZ betreut.
Schwerpunkt des Infostandes war der untrennbare Zusammenhang zwischen Masstentierhaltung und Klima. So wurde darüber informiert, dass in Südamerika schon über 20% des Regenwaldes zerstört wurde, um auf dieser Fläche Soja anzubauen, welches dann als Viehfutter verwendet wird. Der Regenwald spielt für unser Klima eine sehr wichtige Rolle, da dieser CO2 bündelt und auch in Sauerstoff umwandelt. Je mehr Regenwald abgeholzt wird, desto weniger CO2 wird umgewandelt. (weiter Lesen: www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,533034,00.html)
Aber auch zahlreiche Pflanzen- und Tierarten werden wegen der Regenwaldabholzung dauerhaft ausgelöscht. Aufgrund der steigenden Nachfrage an Viehfutter wird die Anbaufläche für Soja weiterhin stark zunehmen.
Tierhaltung = Klimakiller
Soja kommt in den großen Häfen Nord-West-Europas (Hamburg, Amsterdam, Rotterdam und Amtwerpen) an. Von hier aus wird das Viehfutter in die Niederlande und nach Deutschland transportiert.
Die industrielle Landwirtschaft ist für mindestens 30% des Ausstoßes von Treibhausgasen, die zur Klimaerwärmung beitragen verantwortlich. Die Ursache liegt in der großflächigen Regenwaldabholzung, weiten Transportwegen, intensiver Nutzung von Maschinen, dem Gebrauch von Kunstdünger und Pestiziden sowie den von den Tieren und Mist verursachten Treibhausgas Methan. Alle Rinder erzeugen jährlich weltweit über 100 Millionen Tonnen Methan und verursachen dadurch 20% des Gesamtausstoßes dieses giftigen Treibhausgases.
Aufsteigende Ammoniak-Gase aus der Gülle sind für das Sterben von Wäldern verantwortlich. Pro Jahr produzieren Deutschlands Nutztiere etwa 29 Millionen Tonnen Mist. Der Mist gelangt als Düngemittel auf die Felder. Einige Betriebe leiten die anfallende Gülle in Kläranlagen. Dort können viele Substanzen nicht herausgefiltert werden. Gülle, die auf die Felder gelangt und das von den Kläranlagen „gesäuberte“ Wasser enthalten Nitrate, Hormone und Antibiotika. Gelangt dies in die Umwelt, so werden Grundwasser, Flüsse, Seen und Meere vergiftet. Versalzene Böden und das sterben von Fischen sind die Folge.
Maßloser Pestizideinsatz
Gen-Soja wird auf riesigen Flächen angebaut und mit vielen Pestiziden behandelt, damit Unkräuter und Schädlinge fernbleiben. Damit die Soja-Pflanze dabei nicht zu Schaden kommt, wurde diese genverändert.
Die Unkräuter rund um der Soja-Pflanze passen sich diesen Umständen an, werden also resistent gegenüber Pestiziden und deshalb wird immer mehr Gift auf die Felder gesprüht, damit das Unkraut weiterhin vernichtet werden kann. Dadurch werden Grundwasser und Böden dauerhaft geschädigt.
Unerträgliche Lebensumstände
Die Landesbevölkerung Südamerikas steht Sojaproduzenten gegenüber, die riesige Mengen an Pestiziden versprühen, ohne Rücksicht auf die benachbarten Äcker von Kleinbauern und deren Häuser in der direkten Umgebung. Unter den umliegenden Bauernfamilien kommt es immer häufiger zu akuten und chronischen Krankheiten, wie zum Beispiel Atmungsstörungen und Krebs.
Viele Kleinbauern, die um zu überleben auf ihr Land angewiesen sind, werden immer weiter in die Enge getrieben. Sie haben häufig keine andere Wahl als in die Armenviertel (Slums) der Großstädte zu ziehen, wo ihr Lebensstandart erheblich sinkt.
Tausende Bauernfamilien müssen jährlich ihr Land verlassen.
Dann wurde auf die Ressourcenverschwendung für die Produktion von tierischen Produkten aufmerksam gemacht. Für 1kg Fleisch werden durchschnittlich 7-12kg Getreide benötigt (abhängig von der FLeischsorte) und 10 000 Liter Wasser. (Rindfleisch 15500 Liter Wasser) "Mit dem Wasserverbrauch zur Erzeugung von einem Kilogramm Fleisch könnte man ein ganzes Jahr lang täglich duschen" (Worldwatch Institute, Meat - now it's not Personal).
Allein 90% der Soja-Importe Europas, etwa 40 Millionen Tonnen pro Jahr, werden nur als Viehfutter verwendet.
Weiterhin wurde über die katastrophalen Zustände in den Mastbetrieben berichtet. Hühner, Schweine und Rinder werden in der industriellen Massentierhaltung auf engstem Raum zusammengepfercht und müssen in den zum Teil dunklen Anlagen ihr kurzes Leben fristen.
Als Möglichkeit dieser Umweltzerstörung und dem Leid der Tiere ein Ende zu setzen, wurde über eine tier- und umweltfreundliche Lebensweise aufgeklärt sowie Kuchen, Kekse, Schokolade, belegte Brötchen und Hafermilch angeboten. Selbstverständlich alles ohne tierische Inhaltsstoffe. Auf Anfrage gab es auch Rezepte.













