1. Berliner Tierschutzpreis verliehen:
Am 1. Berliner Tierschutztag war das Rote Rathaus Treffpunkt für Berliner Tierschützer.
Höhepunkt war die Verleihung des 1. Berliner Tierschutzpreises an Christiane Bernhardt, Mitglied u.a. im Tierschutzverein für Berlin und bei den Tierversuchsgegnern Berlin-Brandenburg durch Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher. Dr. Klaus Lüdcke hob in seiner Laudatio das langjährige Engagement hervor, dass zu wichtigen Fortschritten für den Tierschutz in Berlin geführt hat. Auslöser für dieses intensive Engagement war der Umgang mit den Stadttauben Mitte der 70er Jahre. Jahrelange Recherchen und Auseinandersetzungen mit Behörden hatten dann zum angestrebten Ziel geführt: Die Taubenvergiftungsaktionen wurden eingestellt. Auch später im Vorstand des Berliner Tierschutzvereins hat sie daran mitgewirkt, ein vorbildliches Taubenhaus für erkrankte und verletzte Tauben im Tierheim zu errichten. Christiane Bernhardt war langjährige stellvertretende Vorsitzende des früheren Tierschutzbeirats des Berliner Senats, sie ist Mitglied sowohl im Berliner Jagdbeirat als auch im Fischereibeirat. Ihre Erfolge, für die sie beharrlich gekämpft hat: Der Tierschutz wurde in der Berliner Verfassung verankert, der mühselige § 16 des Reichs-Naturschutzgesetzes, der die Katzenhaltung einschränkt, wurde gestrichen, in Berlin gibt es keine grausame Fallenjagd mehr, Wettangeln und das Angeln mit mehreren Angeln wurden verboten.
Mit dem Ehrenpreis wurde Isolde Kaufmann ausgezeichnet. „Sie hat mehr als 60 Jahre ihres Lebens dem Tierschutz gewidmet“, würdigte Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, ihr Engagement in seiner Laudatio. Ursprünglich ausgebildete Tänzerin bei der UFA, hat Isolde Kaufmann ihr Leben den Tieren gewidmet. Nach dem Krieg engagierte sie sich im Tierheim Lankwitz. Später wanderte sie nach Brasilien aus, auch dort küm-merte sie sich um viele Straßenhunde und nahm sie bei sich auf. Private Umstände brachten sie wieder nach Deutschland zurück, und umgehend engagierte sie sich hier beim Bund gegen den Missbrauch der Tiere und bei den Tierversuchsgegnern Berlin-Brandenburg als Mitglied der ersten Stunde gegen Tierversuche. Sie ist immer dabei, wenn der Verein einen Infostand in Berlin besetzt, sammelt bei Wind und Wetter Unterschriften. Auch in ihrem eigenen Wohnumfeld kümmert sie sich bis zum heutigen Tage um frei lebende Katzen und notleidende Wildtiere.
„Ohne dieses Engagement wäre es um die Tiere in Berlin schlecht bestellt. Ehrenamtliche Helfer und Tierschutzver-eine und Verbände sind oft ihre einzige Chance“, so der Landestierschutzbeauftragte Dr. Klaus Lüdcke. Und Wolfgang Apel betont: „Deshalb soll dieser Preis auch ein Zeichen setzen, den Respekt für diese Arbeit in der Gesell-schaft zu fördern. Er soll gleichzeitig auch Mut machen. Die Tiere in Berlin brauchen auch in Zukunft jede Unterstüt-zung, denn sie können sich nicht selbst helfen. Sie sind darauf angewiesen, dass Menschen sich für sie und ihre Belange einsetzen.“
Rund 300 interessierte Berlinerinnen und Berliner tauschten sich an Informationsständen von Tierschutz- und Umweltorganisationen über tierschutzpolitische Themen aus. Hochkarätige Referenten brachten das Publikum mit Fachvorträgen auf den neuesten Stand.



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