Viel Hoffnung für die Hunde von Turgutreis
Die engagierte Tierfreundin Dr. Maria Rochholz ist von ihrer dreiwöchigen Reise in die Türkei zurückgekehrt. Zum wiederholten Mal informierte sie sich vor Ort darüber, wie es den Straßenhunden und -katzen geht und wofür die Sonderspenden des Berliner Tierschutzvereins verwendet werden. An dieser Stelle veröffentlichen wir ihren Reisebericht:
Liebe Berliner Tierfreunde, Sie haben lange nichts aus der Türkei gehört, aber jetzt! Ende September dieses Jahres fand mein Besuch in Turgutreis auf der Halbinsel Bodrum, dem reizenden Hafenstädtchen an der Ägäis, statt. Immer noch Sommer, Temperaturen bis 30 Grad Celsius, überall Blütenpracht und ein einladend warmes Meer. In den Straßen und Gassen Touristen, überall aber auch herrenlose friedliche Hunde, die auf eine kleine Zuwendung warten. Kaum vorstellbar, dass bald ein kalter Winterwind über das Meer peitscht und durch die Gassen fegt.
Wir verlassen das gastliche Städtchen und besuchen vor der Stadt das in den Bergen gelegene Tierheim, das erst vor drei Jahren entstanden ist. Seitdem wird es auch über Sonderspenden des Tierschutzvereins für Berlin unterstützt. Es ist für 100 Tiere konzipiert und jetzt mit rund 180 Tieren völlig überbelegt.
Es ist gesetzlich verordnet, dass die Tiere eingefangen, kastriert, geimpft und wieder in das Revier, in dem sie eingefangen wurden, zurückgebracht werden. Eine Woche lang verbleiben die Tiere nach dem operativen Eingriff im Tierheim. Aber diese Zeiten einzuhalten ist zurzeit nicht möglich, weil der Tierarzt erkrankt ist und Kastrationen nicht durchgeführt werden können. Auch die vielen Hundebabys müssen erst die nötige Reife haben, um kastriert werden zu können, haben also eine lange Verweildauer im Tierheim. Dazu kommen die vielen schwerkranken Hunde – einige sind von Unbekannten mit Schrotkugeln beschossen worden, vermutlich, um sie dadurch zu töten! Sorgen bereiten uns auch die vielen behinderten und alten Hunde.
Das Personal im Tierheim arbeitet engagiert. Doch mit zwei bis drei Arbeitern ist das Tierheim nicht optimal besetzt. Außerdem verfügen die Arbeiter über keinerlei Ausbildung. Zum Glück sind da noch die Tierschützer: sechs türkische Frauen, an der Spitze Yildiz Kürkcü und Hikmet Yildiz, ein irisches Ehepaar und die Engländerin Jane, die abwechselnd einmal in der Woche den weiten Weg zum Tierheim machen, dort die Hundebabys füttern, einige Hunde aus ihrem Verlies in den von den Berliner Tierfreunden mitfinanzierten Hundeauslauf bringen und sich ohne Bezahlung viel Mühe um die Tiere geben, obwohl sie doch genug zu tun haben mit sich und ihren Familien. Ihnen allen gilt unser besonderer Dank!
Vor einem Jahr waren wir – unter anderem auch TVB-Vorstandssprecher Marcel Gäding – beim Bürgermeister Ali Server Yazgan vorstellig. Jetzt besuchte ich, begleitet von einem Dolmetscher, den Vizebürgermeister Tarek, der den neu gewählten Bürgermeister vertrat. Dieser ließ sich wegen Krankheit entschuldigen. Es war ein sehr freundliches und entgegenkommendes Gespräch. Der Vize-Bürgermeister möchte die in der Stadt lebenden Hunde an den Stadtrand umsiedeln und dort Futterstellen einrichten. Alle Hunde sollen gekennzeichnet und registriert werden, um eventuelle Besitzer nachweisen zu können. Er will die Schulen anschreiben, um die Lehrer anzuweisen, den Kindern Tierschutz näher zu bringen. Weiter will er die Bürger auffordern, Hunde aus dem Tierheim zu holen. Er hofft, dass alles besser wird. Er sprach sich dankbar gegenüber den Berlinern aus, die sich um die Tiere in Turgutreis sorgen.
Am 4. Oktober, dem Welttierschutztag, saßen wir mit Tierschützern und Pflegern zusammen. Wir sprachen auch von den Futterengpässen, die es im Winter wieder geben würde. Der „Oberpfleger“ Mehmet wünschte sich ein Kühlhaus, in dem Futterspenden von Großhändlern haltbar gemacht werden können.
Für die „Dauergäste“ des Tierheims wünsche ich mir nun ein kleines Holzhaus mit sehr viel Auslauf drum herum. Ob das alles nur Wünsche bleiben, das liegt jetzt an den lieben Berliner Tierfreunden, deren Tierliebe über die Berliner Landesgrenze hinaus reicht.
Ich bin voller Hoffnung und sage: DANKE! Dr. Maria Rochholz
Inzwischen konnten mit Hilfe der Berliner Tierfreunde zwei große Tiefkühltruhen für das Tierheim von Turgutreis angeschafft werden. Dadurch sind Futterspenden lange haltbar und verderben nicht mehr!



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